Bestimmungsmethoden bei einer Übersäuerung

Eine zuverlässige Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts ist durch eine pH-Messung des Urins nicht möglich! Zum einen liegt dies daran, dass der Urin-pH ernährungsbedingt natürlichen Schwankungen zwischen pH 5 und 8 unterliegt. Zum anderen wird nur ca. 1 % der Säure als freie, also für pH-Teststreifen erfassbare Säure ausgeschieden. Der Großteil der Säure liegt im Urin als Ammoniumverbindung vor, die der pH-Teststreifen nicht erfasst.

Den pH-Wert zu messen ist nur dann sinnvoll, wenn der pH-Wert im Urin regelmäßig und mehrmals täglich in relativ kurzen Zeitabständen gemessen wird. Außerdem muss immer das Gleiche gegessen werden und zudem darf keine Erkrankungen der Niere vorliegen. Unter diesen Voraussetzungen kann beim Messen des pH-Wertes  mit pH-Teststreifen aus dem Tagesverlauf (vgl. Abbildung) ein Hinweis auf den Status des Säure-Basen-Haushalts abgeleitet werden.

Statt pH-Wert messen die Netto-Säureausscheidung bestimmen

Die Bestimmung der sogenannten Netto-Säure-Ausscheidung innerhalb eines Tages erlaubt genaue Aussagen über die Säure-Basen-Bilanz. Der über 24 Stunden gesammelte Urin wird hinsichtlich sämtlicher für die Beurteilung des Säure-Basen-Status relevanter Ausscheidungsprodukte analysiert, wodurch die Netto-Säure-Ausscheidung eines Tages bestimmt werden kann.

Methode nach Friedrich Sander (pH-Wert Urin)

Das in den Dreißigerjahren des letzen Jahrhunderts entwickelte Verfahren findet auch heute noch Anwendung. Neben dem pH-Wert im Urin wird die Pufferkapazität des Harns mit fünf über den Tag verteilten Messungen bestimmt. Für diese Methode zur Messung des pH-Wertes ist eine fachkundige Interpretation notwendig.

Methode nach Jörgensen und Stirum (kein pH-Wert Urin)

Diese Methode ermittelt die Pufferkapazität des Blutes. Es lassen sich Aussagen zur Pufferkapazität der roten Blutkörperchen und damit über den möglichen Grad einer Übersäuerung innerhalb der Zellen treffen. Diese spezielle Blutanalyse wird von Speziallabors angewandt.