| Messmethoden |
ErnährungsbetrachtungZunächst gibt eine kritische Auseinandersetzung mit der persönlichen Ernährungsweise Aufschluss darüber, ob eine Übersäuerung vorhanden ist. Hierzu sollten Sie einfach die verzehrten Nahrungsmittel mit der Basica® Nahrungsmitteltabelle vergleichen. Sie werden feststellen, dass vieles, von dem Sie der Annahme sind, es handle sich um gesunde, für den Säure-Basen-Haushalt günstige, Lebensmittel in Wirklichkeit einen Säureüberschuss liefert. Für eine ausgewogene Ernährung sollten dabei die säurebildenden Lebensmittel nicht vom Speiseplan gestrichen, sondern geschickt mit Basenlieferanten wie Obst, Gemüse und Salat im richtigen Mengenverhältnis kombiniert werden. So kann eine ausgewogene Ernährung einer Übersäuerung vorbeugen.
Urin-pH Messung mit TeststreifenDer Urin pH wird der Einfachheit halber häufig zur Messung des Säure-Basen-Status herangezogen. Allerdings sind Einmalmessungen mit pH-Teststreifen nicht dazu geeignet, einen Rückschluss auf den aktuellen Säure-Basen-Status zu ziehen. Zum einen liegt dies daran, dass der Urin-pH ernährungsbedingt natürlichen Schwankungen zwischen pH 5 und 8 unterworfen ist, zum anderen wird nur ca. 1% der Säure als freie, das heißt mit pH-Teststreifen erfassbare, Säure ausgeschieden. Der Großteil der Säure liegt im Urin als Ammoniumverbindung vor, die der pH- Farbindikator nicht erfasst. Eine Urin-pH-Messung ist nur dann sinnvoll, wenn der Urin-pH regelmäßig und mehrmals täglich in relativ kurzen Zeitabständen gemessen wird, die Nahrung standardisiert ist und zudem keine Erkrankungen der Niere vorliegen. Unter diesen Voraussetzung kann aus dem Tagesverlauf des Urin-pH (vgl. Abbildung) ein Hinweis auf den Status des Säure-Basen-Haushalts abgeleitet werden. Klicken Sie auf die Abbildung, um diese zu vergrößern. Netto-Säureausscheidung im 24-Stunden-SammelurinDie Bestimmung der sog. Netto-Säure-Ausscheidung innerhalb eines Tages erlaubt präzise Aussagen über die Säure-Basen-Bilanz. Der über 24 Stunden gesammelte Urin wird hinsichtlich sämtlicher für die Beurteilung des Säure-Basen-Status relevanter Ausscheidungsprodukte analysiert und die Netto-Säure-Ausscheidung eines Tages wird daraus bestimmt. Je höher diese Netto-Säureausscheidung über die Niere ausfällt, desto höher ist entsprechend die Säurebelastung des Organismus. Nachteile dieser Methode sind die umständliche Urinsammlung sowie die bisher nur wenigen Instituten vorbehaltene Analytik. Methode nach Friedrich SanderIn der Naturheilkunde findet ein in den Dreißiger Jahren des letzen Jahrhunderts von Friedrich Sander entwickeltes Verfahren auch heute noch Anwendung, bei dem neben dem Urin-pH die Pufferkapazität des Harns mit fünf über den Tag verteilten Messungen bestimmt wird. Hierzu wird der Urin zunächst mit Lauge und anschließend mit Säure versetzt und aus dem jeweiligen Verbrauch bis zur Neutralisation ein Faktor berechnet. Das Tagesprofil dieses als Aziditätsquotient bezeichneten Faktors (vgl. Abbildung) gibt Hinweise auf die Lage des Säure-Basen-Gleichgewichts. Auch diese Methode bedarf einer fachkundigen Interpretation durch entsprechend ausgebildete Therapeuten.
Methode nach Jörgensen und StirumDie Methode nach Jörgensen und Stirum ermittelt die Pufferkapazität des Blutes. Unter Einbeziehung des Anteils der zellulären Bestandteile des Blutes lassen sich Aussagen zur Pufferkapazität der roten Blutkörperchen und damit über den möglichen Grad einer Übersäuerung innerhalb der Zellen treffen. Je niedriger die Pufferkapazität des Blutes ist, desto mehr körpereigene Puffersubstanzen sind verbraucht. Da es sich hierbei um eine Blutanalyse handelt, wird auch diese Methode nur von erfahrenen Therapeuten bzw. Speziallabors angewandt. |



