|
Damit unser Stoffwechsel funktioniert, muss im Körper das Gleichgewicht von Säure und Basen aufrecht erhalten werten. Nur wenn das Verhältnis von Säure und Basen stimmt, können die biochemischen Vorgänge im Stoffwechsel optimal ablaufen. Im Zentrum der Säure-Basen-Regulation steht daher immer die Aufrechterhaltung des Blut- und Gewebe-pH. Sind jedoch die Puffersysteme überlastet und der normale pH-Bereich überschritten, verliert das Blut seine normalen Fließeigenschaften und der Transport von Sauerstoff, Nährstoffen und Abbauprodukten wird eingeschränkt. Der medizinische Fachausdruck für eine Übersäuerung des Blutes heißt „Azidose“. Eine akute Azidose ist eine lebensgefährliche Erkrankung, der sofort mit Notfallmaßnahmen, die die sofortige Wiederherstellung des physiologischen Blut-pH sicherstellen, entgegnet werden muss.In der Praxis kommt eine akute Übersäuerung eher selten vor und ist meist die Folge von Erkrankungen der an der Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts maßgeblich beteiligten Organe, Niere und Lunge. Da diese Form der akuten Azidose nicht durch Ernährungseinflüsse provoziert werden kann, soll an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen werden.
Unser Augenmerk liegt auf der chronischen Übersäuerung, der sog. latenten Azidose. Der Begriff „latent“ bedeutet so viel wie „versteckt“ und weist auf einen chronischen Zustand hin, der sich zunächst nicht bemerkbar macht. Latente Azidosen sind weit häufiger in der Praxis zu beobachten und gekennzeichnet durch eine geringfügige Verschiebung des Blut-pH innerhalb des Normbereiches (pH 7,35 – pH 7,45) zum Sauren hin. Gleichzeitig ist die Pufferkapazität des Blutes vermindert. Die latente Azidose verläuft ohne spezifische klinische Symptome, d. h. wir verspüren zunächst keinerlei körperliche Veränderungen.
Weiter
|